Öffentlichkeitsarbeit

Wir möchten durch unsere Öffentlichkeitsarbeit Impulse für eine sachbezogene Auseinandersetzung geben

Wenn Sie Anregungen und Fragen zu Sachthemen haben, nehmen Sie bitte Kontakt unter der angegebenen Emailadresse auf.

Über ein Feedback zu unserer Homepage freuen wir uns ebenfalls.

 

Gabriele R. Winter


Europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO


Wir arbeiten nach der Europäischen Datenschutzverordnung, die seit dem 25.05.2018 gültig ist. Wir speichern personengebundene Daten wie bisher und verarbeiten sie im Rahmen unserer Vereinstätigkeit.

Wir setzen für die Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe der Daten im Rahmen des Mitgliedschaftsverhältnisses das Einverständnis der Mitglieder voraus.

Wenn weitere Fragen bestehen, bitte eine Kontaktnachricht an uns senden.

Gabriele R. Winter, 2018


Eingeschränkte Aktivitäten in 2020


Naturlandstiftung feiert 10jähriges Bestehen seit dem Neuanfang


Kooperationen machen aus Zwergen Elefanten



„Kooperationen machen aus Zwergen Elefanten“ ist das Motto der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. seit dort 2010 mit Ottfried Weber als Vorsitzendem ein Neuanfang gewagt wurde. Viele kleine Vereine arbeiteten mit meist wenig finanziellen Ressourcen vor sich hin, größere Projekte seien oft nicht zu stemmen. Was liege also näher als sich zu Vorhaben zusammenzuschließen, um gemeinsam im größeren Stil erfolgreich arbeiten zu können? Dazu komme, dass in jedem Verein Kompetenzen von Mitgliedern vorhanden seien, die aktiviert werden könnten. „Mit dieser Idee tat sich am Anfang ein Teil unserer Kooperationspartner schwer“, stellte Gabriele Winter in ihrer Öffentlichkeitsarbeit fest. Man sei es gewöhnt gewesen zu sagen: „Das haben wir alleine geschafft“. Das Verbundenheitsgefühl in der eigenen Gruppe sei dadurch auch gestärkt worden. „Aber in der Naturlandstiftung sind wir der Meinung, es ist an der Zeit zu sagen: Das haben wir gemeinsam geschafft. Wie auch im Naturschutz können heute unsere Probleme nur dann gelöst werden, wenn wir gemeinsam anpacken und der Einzelne seinen Erfolg in eine größere Gruppe stellt“, fügte Ottfried Weber dazu. 2013 wurde dann die Naturlandstiftung für diesen Projektansatz stellvertretend für die Kooperationspartner mit dem Staatsehrenpreis des Landes Hessen für Lebensraumgestaltung ausgezeichnet.
„Das hat uns in unserer Arbeit beflügelt. Wenn wir heute rückblickend darauf sehen, hat sich unsere hartnäckige Arbeit  bei allen auch vorkommenden Rückschlägen ausgezahlt“, freut sich Weber.
Der erste Verein, der zu einer Vorstandssitzung eingeladen habe, sei der Bienenzuchtverein Grünberg und Umgebung e.V.. gewesen. Sehr vorsichtig wurden die Positionen abgeklopft und am Ende festgestellt, dass es beiden Seiten um den Erhalt und die Verbesserung der Natur gehe. Die in der Naturlandstiftung organisierten Jäger seien nun mit anderen Augen gesehen worden. So konnten 2011 erste Blühflächen zum Schutz der Insekten angelegt werden. Fördergelder für Saatgut gab es damals noch nicht. Die Kosten teilten sich beide Vereine. Kurz danach stieß auch der Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg zu der Kooperation. Dort gab es seit langer Zeit Fachvorträge zur Fortbildung der Landwirte. Nun wurden die Vorträge gemeinsam organisiert. Zu den Feldbegehungen traf man sich daraufhin gemeinsam, hörte von den Sorgen und Nöten der anderen und prüfte die Machbarkeit von Strategien, um die Umwelt zu schützen. Mit welcher Sämaschine war z.B. es möglich, kleine Randstreifen mit Samen unterschiedlicher Größe einzusäen? Von nun an standen auch Flächen zur Verfügung, auf die die Landwirte zwischenzeitlich verzichten konnten. Doch die Frage nach der finanziellen Unterstützung war noch offen.Ulrich Deneke, Schatzmeister des Vereins, verwies jeweils  auf das begrenzte Budget, wenn wieder ein neues Projekt angegangen werden sollte. In einem gemeinsamen Fachvortrag stand der landwirtschaftliche Berater der Firma Bayer GmbH Bodo Peth auf und kündigte an, die Beschaffung der Samen zu sponsern. Das war der Durchbruch für das gemeinsame Projekt. Gleichzeitig legte die Landesregierung ein Programm auf (HiAP), bei dem Landwirte Flächen auf 5 Jahre finanziert bekamen, wenn sie mit mehrjährigen Blühmischungen eingesät wurden. Das wurde im Laufe der Zeit von immer mehr Landwirten genutzt. Nun stießen auch weitere Kooperationspartner zu dem Projekt. Kommunen, Obst-und Gartenbauvereine, Schulen, engagierte Naturschützer und der Landschaftspflegeverein schlossen sich an. Der Landwirt Henning Schäfer unterstützt mit seiner Fachkompetenz die Planung und Ausführung der Blühflächen und sät zusammen mit Landwirt Linker für die anderen Betriebe die Flächen ein. Das spart Arbeitszeit, da die Maschine nur einmal eingestellt werden muss. Seit 2019 wurde der Vorstand der Naturlandstiftung durch Dr. Heino Steinmetz und Dr. Michael Gaudchau erweitert, die ebenfalls ihre landwirtschaftliches Knowhow einbringen.
Heute stehe die Kooperation auf festen Füßen ergänzte Gabriele Winter.
Die finanzielle Unterstützung auch durch die Landesregierung wurde weiter ausgebaut, dadurch können immer mehr Blühflächen angelegt werden.
In die Zukunft geblickt wäre es schön, wenn mehr mehrjährige Blühmischungen zur Einsaat kämen. „Flächen, die mehrere Jahren in Ruhe gelassen werden, sind ein Eldorado für Insekten, Kleintiere, Hasen und Rebhühner“,konnte Gabriele Winter auch fotografisch dokumentieren. Das Bild zeigt einen schmalen Ackerstreifen, der neben einer Senfackerfläche angelegt wurde. Der Senf speichert die Feuchtigkeit, Hasen und Rebhühner meiden das. Als das Foto im Herbst entstand, seien zwei Hasen aus der Blühfläche heraus gesprungen. Eine Rebhuhnkette konnte dort ebenfalls beobachtet werden.
„So blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft, was zur Zeit nicht so leicht ist. Über unsere weiteren Projekte kann man sich auf unserer Homepage www.naturlandstiftung-giessen.de informieren. Bleiben Sie gesund !“merkte Ottfried Weber am Schluss an.

Gabriele R. Winter, 05.05.2020


Feldwege ein wichtiger Faktor zur Vernetzung der Landschaft


Es fällt auf, dass in der Feldflur seit Jahren immer mehr Feldwege verschwinden. Daher haben sich der Arbeitskreis Lebensraum Feldwege der Biodiversitätsinitiative des Landkreises Gießen 2017, die
Naturlandstiftung Kreisverband Gießen e. V. und der
NABU Kreisverband Gießen e. V. zu einem Medientermin getroffen, um auf diese Tatsache hinzuweisen.

Gemeinsam fordern sie vor allem die Kommunen auf, eine Umwidmung der Wege zu verhindern.

Dr. Heino Steinmetz zeigte dabei als Beispiel an einem Landstrich im Ortsgebiet Reiskirchen auf, dass bereits auf der Grünlandfläche, die zur Zeit beweidet wird, vier Feldwege verschwunden sind.

Gabriele R. Winter 20.10.2020


Pressemitteilung
Aktion zur Sicherung / Wiederherstellung von Feldwegen                                                        im Landkreis Gießen als Elemente eines Biotopverbundsystems
Wegränder, Graswege, Gräben, Raine sind naturnahe Elemente in der Feldflur, die als Grundgerüst eines Biotopverbundsystems dienen können, sofern sie im Sinn des Naturschutzes fachgerecht behandelt werden. Nach den Flurbereinigungen der vergangenen Jahrzehnte, die zwecks ökonomischer Verbesserungen der Agrarstruktur durchgeführt wurden, sind es die letzten naturnahen, meistens lineare Flächen in den Feldgemarkungen. Vereinzelt sind noch Kleingehölze und Obstwiesen vorhanden, die durch lineare Strukturelemente verbunden sein sollten, um ihren Biotopwert entfalten zu können.
Leider muss festgestellt werden, dass viele Feldwege oft von den Landbewirtschaftern in die Acker- und Wiesennutzung einbezogen werden, häufig ohne Wissen und Genehmigung der Kommunen als deren Eigentümer. Die Bürgermeister und Kommunalverwaltungen zeigen in vielen Fällen kein Interesse am eigenmächtigen Geschehen in der Feldflur, fühlen sich nicht verantwortlich. Diese Verhaltensweise  wird jedoch nicht durch die tatsächlichen rechtlichen Gegebenheiten gedeckt. Da die meisten Wege, Gräben und Feldraine in Flurbereinigungsverfahren entstanden sind, unterliegen sie als öffentliche Anlagen dem strengen Schutz des  Flurbereinigungsgesetzes. Dieses gibt ihnen den Status von Kommunalsatzungen, die nur im gesetzlich geregelten Verfahren geändert werden können, was heißt, dass sie nur nach parlamentarischer Beratung unter Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen bzw. geändert werden dürfen. Die Kommunalaufsicht muss den Verfahren zustimmen. Diese gesetzlichen Bestimmungen werden  in der Praxis jedoch nur selten oder gar nicht beachtet. In Folge der Defizite im Verwaltungshandeln werden bei der unberechtigten Nutzung von Feldwegen als Acker die Bestimmungen des Flurbereinigungsgesetzes und der Hess. Gemeindeordnung demnach grob missachtet.
Auch das ungeregelte Abmulchen der Vegetation auf Wegrändern, Graswegen, Gräben und Grabenrändern, was häufig als „Pflege der Kulturlandschaft“ missverstanden wird, führt in Verbindung mit den Wegeumbrüchen dazu, dass die Feldflure in Mittelhessen an naturnahen Flächen weitgehend verarmt sind und während vieler Monate des Jahres völlig kahl liegen.

Um dem beschriebenen Missstand abzuhelfen, soll versucht werden, die Öffentlichkeit mit Hilfe der Medien für die Probleme zu sensibilisieren. Öffentlicher Druck soll Bürgermeister und Kommunalaufsicht darauf aufmerksam machen, dass auch die Feldflur zu ihrem Verantwortungsbereich gehört. Es wird aufgezeigt werden, dass mit einer strukturreicheren Feldflur nicht nur Pflanzen und Tieren geholfen wird, sondern die Landschaft auch attraktiver für die Bevölkerung ist.
Besichtigungspunkt beim Pressetermin:
Feldweg an der B49 zwischen Lindenstruth und Grünberg an der Abfahrt zur Kreisstraße  K151 nach Harbach.  
Vom Standort ist der Blick in die Gemarkung Reiskirchen /Saasen möglich; die beschriebene Problematik kann von dort anschaulich geschildert werden. Den Medienvertretern wird an Beispielen aus anderen Gemeinden im Landkreis Gießen über den Verlust von Feldwegen berichtet. Die Verbandsvertreter appellieren an Bürgermeistern, Gemeindevorstände und Magistrate, das Schicksal der verschwundenen Feldwege zu klären und deren Wiederherstellung zu veranlassen. Alternativ wird auf die Möglichkeit hingewiesen, die Wegeparzellen nach dem rechtlich korrekten Verfahren an die Landbewirtschafter zu verpachten und gleichzeitig örtlich abgestimmte Kompensationsflächen per Vertrag bei fachlicher Beratung durch die UNB festzulegen.

gez.

Arbeitskreis Lebensraum Feldwege der Biodiversitätsinitiative des Landkreises Gießen 2017
Naturlandstiftung Kreisverband Gießen e. V.
NABU Kreisverband Gießen e. V.


Jahresbericht für das Jahr 2019


Sehr geehrte Damen und Herren,                Dezember 2019

Wieder neigt sich das Jahr zu Ende und es ist Zeit, Resumé zu ziehen.
Seit dem Neustart der Naturlandstiftung im Landkreis Giessen sind nun auch schon 10 Jahre vergangen.
Unserem Grundgedanken sind wir uns treu geblieben. Nur wenn die Herausforderungen im Naturschutz in Kooperation mit anderen Vereinen angegangen werden, können die Vorhaben erfolgreich sein. Die Zusammenarbeit mit den Imkern, Landwirten, Jägern, örtlichen Naturschutzgruppen, Gemeinden, Firmen und engagierten Bürgern und Bürgerinnen hat diesen Grundgedanken bestätigt.

Ob es die Anlage von Blühflächen oder Flachwassserteichen, die Pflege von  Streuobstwiesen oder der Fledermausschutz sind, unsere Erfahrungen mit gemeinsamen Aktionen waren immer positiv.

 Aber es ist auch so, dass am Beginn eines Projektes alles leicht von der Hand geht, die Euphorie und das Engagement sind groß. Doch die richtige Arbeit fängt erst in den folgenden Jahren an, wenn es gilt, die Vorhaben am Leben zu halten und finanziell zu unterstützen
In dieser Phase befinden wir uns nun. Kompetente Beratung und ermunternde Gespräche, wenn etwas mal nicht so klappt, stehen an erster Stelle.
Sie können mit einem zusätzlichen kleinen finanziellen Beitrag unsere Arbeit unterstützen.
Wir danken Ihnen für Ihr Engagement und hoffen, dass wir auch weiterhin erfolgreich zusammen arbeiten und Sie uns die Treue halten.
Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit und schon heute einen guten Start in 2020.

Mit freundlichen Grüßen

Ottfried Weber
Gabriele Winter


Auch Feldholzinseln brauchen ab und zu den Friseur


Pflege der Feldholzinnsel in 2019. Da war schweres Gerät notwendig. Feldholzinseln sollen neben Arbetenreichtum auch den Schutz von Tieren fördern. Dazu muss aber für eine Deckung im unteren Bereich gesorgt werden. Deshalb ist ein Rückschnitt von Zeit zu Zeit unumgänglich.

Gabriele R. Winter 14.12.2020


Fachvortrag 2018

„Wölfe- was kommt da auf uns?“ ein Fachvortrag von Ulrich Wotschikowsky

Zusammen mit den Kooperationspartnern dem Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg, der Bayer CropeScience GmbH, dem Bienenzuchtverein Grünberg und Umgebung e.V,  dem Ausschuss für Naturschutz im Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V, der Hegegemeinschaft Grünberg und der Stadt Grünberg bietet die Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. den diesjährigen Fachvortrag von Ulrich Wotschikowsky „Wölfe – was kommt da auf uns zu?“ am Montag, dem 19.03.2018 um 19.30 Uhr in der Gallushalle in Grünberg an. Der Eintritt ist frei.

 

Die Rückkehr der Wölfe in Deutschland, einem eng besiedelten Land, führt zunehmend zu Kontroversen. Jäger, Naturschützer, Landwirte mit Weidevieh und Bürger prallen in ihren Positionen aufeinander. Schreckensmeldungen aus dem Internet leisten dabei einen nicht unerheblichen Beitrag.  Ein für alle Seiten brauchbares Wolfmanagement braucht jedoch einen kühlen Kopf und fundierte Sachkenntnis.

 

Wer ist Ulrich Wotschikowsky (78)?

Claus-Peter Lieckfeld stellt ihn vor: „Studierter Förster, der früh begriff, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht übersehen darf. Was der gebürtige Brandenburger mit sorbischen Wurzeln und dem unverwechselbaren bayerischen Bass schon in den 1970er Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald erkannte, ist heute Allgemeingut: Der Festmeterblick vieler Förster führt auf den Holzweg, zu den falschen Wäldern und zu lebensfeindlichen Rest-Lebensräumen. Deshalb verließ er mit 38 den Staatsdienst und qualifizierte sich – nach einer journalistischen Zwischenstation bei einer Hamburger Jagdzeitschrift – bei der Wildbiologischen Gesellschaft München (WGM), der er 17 Jahre lang angehörte, als Fachmann für jagdbares Wild und die großen Predatoren Wolf und Luchs.

 Wotschs Liebe und seine wissenschaftlich/publizistische Hinwendung galt und gilt aber immer wieder den berühmten Rückkehrern Luchs und Wolf. Erfahrungen, die er – unter anderem – an der Seite von Bob Hayes (dessen Buch Wolves of the Yukon er ins Deutsche übersetzt hat) gewann, qualifizieren ihn zu dem, was er über die Jahre geworden ist: Erste Adresse in Deutschland, wenn es um Wölfe geht und um die Fragen, die sich damit aktuell und mittelfristig stellen.“

 

Die Kooperationspartner in Grünberg erhoffen sich, durch den angebotenen Vortrag einen Beitrag zur Versachlichung in der Auseinandersetzung um die Rückkehr der Wölfe leisten zu können.

 

Auf http://woelfeindeutschland.de. informiert Ulrich Wotschikowsky  regelmäßig über Wölfe und stellt seine Position dar.

 

„Ich werde nicht alt genug, um nicht immer noch dazuzulernen.

Mein Leben wäre armselig ohne Wildtiere.

Das Glas ist immer halb voll.“ Ulrich Wotschikowsky

 

Gabriele R. Winter, 04.01.2018



Berichterstattung zum Fachvortrag von Peter Schäfer, Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg

Wölfe! Was kommt da auf uns zu?
Zu diesem Thema hatte der VLF Grünberg, zusammen mit seinen Kooperationspart-nern (Imker, Jäger, Bayer CropScience und Stadt Grünberg), am 19.03.2018 zu einem Vortrag mit dem Wolfsexperten Ulrich Wotschikowsky eingeladen.


Gabriele Winter, als Vertreterin der Jägerschaft und der Naturlandstiftung konnte außer dem Referenten Ulrich Wotschikowsky und der Wolfsbeauftragten der hessischen Landesregie-rung, Frau Susanne Jokisch über 500 interessierte Zuhörer in der Gallushalle in Grünberg be-grüßen. Die Rückkehr der Wölfe in Deutschland, einem eng besiedelten Land, führt zuneh-mend zu Kontroversen. Jäger, Naturschützer, Landwirte mit Weidevieh und Bürger prallen in ihren Positionen aufeinander. Schreckensmeldungen aus dem Internet leisten dabei einen nicht unerheblichen Beitrag. Ein für alle Seiten brauchbares Wolfmanagement braucht jedoch einen kühlen Kopf und fundierte Sachkenntnis. Ulrich Wotschikowsky (78) ist studierter Förster und Wildbiologe. Er hat den staatlichen Forstdienst jedoch schon in den 70er Jahren verlassen. Nach einer journalistischen Zwischenstation bei einer Jagdzeitschrift gehörte er 17 Jahre lang als Fachmann für jagdbares Wild und die großen Prädatoren wie Wolf und Luchs der Wildbiologischen Gesellschaft München (WGM), an. Außerdem hat Wotschikowsky an einem Wolfsforschungsprojekt im kanadischen Yukon mitgewirkt. Er ist Mitglied der AG „Große Beutegreifer in Bayern“ und der „Large Carnivore Initiative for Europe“ (LCIE), die die EU in Fragen des Beutegreifer-Schutzes berät. Aktuell ist Ulrich Wotschikowsky am Wolfsmanagement in mehreren Bundesländern beteiligt.


In seinem Vortrag ging Ulrich Wotschikowsky zunächst auf die Lebensweise der Wölfe, die Bildung und Größe eines Rudels, sowie des Flächenbedarfs eines Rudels ein. Ein Rudel be-steht in der Regel aus 8 – 9 Wölfen (Elterntiere Welpen und Jährlinge). Bei der Wolfspopula-tion in Deutschland geht man derzeit von 60 Rudeln, weiteren 14 Paaren und 3 Einzelwölfen aus. Hieraus errechnet sich insgesamt ein Bestand von ca. 540 – 560 Tieren. Dieser Bestand erstreckt sich über die Länder Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpom-mern und teilweise Niedersachsen. Eine besonders hohe Wolfsdichte findet man in Sachsen, wo sich auf einem Gebiet von 2.400 km² 12 Rudel à 9 Wölfe = 108 Tiere befinden. Dies entspricht einer Dichte von 4,5 Wölfen/100 km². Nach Aussage des Referenten sind Dichten von > 4 Tiere/100 km² in den gemäßigten Breiten sehr selten.

 

Die Wölfe sind zu 80 – 90 % in Rudeln organisiert. Da sich die Wölfe zu über 90 % von Schalenwild ernähren, kommt es in Gebieten mit einer hohen Wilddichte auch zur verstärkten Ansiedlung der Wölfe. In Kenntnis der Lebensräume, die Wölfe mit ihren Rudeln benötigen könnten sich in Deutschland theoretisch auf ¼ der Fläche Wölfe in Rudelverbänden niederlassen, während die verbleibenden ¾ der Fläche nur als Durchgangsland geeignet wären. Bei einer Wolfsdichte von 1 Rudel/200 km² könnten in Deutschland 440 Rudel, d.h. ca. 4.000 Wölfe leben. Bei einem weiterhin un-gebremsten Wachstum der Bestände könnte dieser Bestand bis 2023 erreicht sein. Hier stellt sich die Frage, wie gehen wir mit diesem Problem um.

 

Ist die Bejagung des Wolfes sinnvoll? Diese Frage wurde eingeschränkt verneint. Bejagt werden müssen auf jeden Fall Problem-wölfe. In der Regel sind dies Tiere, die durch Futterkonditionierung die Scheu vor dem Men-schen verloren haben und für Menschen gefährlich werden können. Wolfsrudel richten sich gerne auf Truppenübungsplätzen ein, da in diesen Bereichen der Wildbesatz wegen fehlender Jagd extrem hoch ist. Gerade hier hat man festgestellt, dass Wölfe durch die gelegentliche Fütterung durch Soldaten ihre natürliche Scheu schnell verlieren können. Ist diese Scheu ver-loren, so kann der Wolf den Menschen gefährlich werden. Die tlw. sehr hohe Schalenwild-dichte in vielen Gebieten spricht eher gegen eine gezielte Bejagung der Wölfe. Laut Aussage des Referenten konnte in den Regionen, in denen sich Wolfsrudel angesiedelt haben, kein merkbarer Rückgang beim Schalenwild verzeichnet werden. Als Schutz für Weidetiere macht die Bejagung auch wenig Sinn, da die Weidetiere auch bei geringer Wolfsdichte durch geeig-nete Maßnahmen vor dem Wolf geschützt werden müssen.


Zum Thema Schutz der Weidetiere vertritt Ulrich Wotschikowsky die Auffassung, wenn man den Wolf in Deutschland zurückhaben will, dann muss der wirtschaftliche Schaden bei den Weidetierhaltern von der Allgemeinheit angemessen entschädigt werden. Entschädigung heißt in diesem Zusammenhang nicht nur Ersatz für erbeutete Tiere, sondern auch die finanzielle Unterstützung für Zäune, die dem Wolf keinen Zugriff ermöglichen.


Nach dem Vortrag informierte die hessische Wolfsbeauftragte, Diplom Biologin Susanne Jo-kisch vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) über die Situation in Hessen. Während in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und auch Nieder-sachsen bereits Wolfsrudel in größerem Umfang sesshaft geworden sind, konnten in Hessen bislang nur Einzeltiere registriert werden. Hierbei handelt es sich um Tiere die ein- bzw. durchgewandert sind. Seit 2011 wurden in Hessen 8 Wölfe, von denen 3 Tiere als Verkehrs-opfer zu verzeichnen waren, registriert. Frau Jokisch wies daraufhin, dass es zum Thema Wolf immer aktuelle Informationen auf der Homepage des HLNUG unter www.hlnug.de gibt. Außerdem wurde eine Wolfshotline unter 0611 / 8153999 eingerichtet.


Der Vorsitzende des VLF Grünberg, Peter Schäfer bedankte sich nach der Diskussion bei den Referenten und stellte zusammenfassend fest, dass diese Veranstaltung auf jeden Fall zu einer Versachlichung in der Auseinandersetzung um die Rückkehr der Wölfe beigetragen hat.
Peter Schäfer

Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg 05.04.2018


Bemerkenswerte Initiativen im ländlichen Bereich 2017

Fährt man von Rüddingshausen Richtung Ebsdorfergrund, so konnte man in diesem Jahr linker Hand eine Streuobstwiese bewundert, die für Insekten und Kleinlebewesen Nahrung gab. Die Besitzer der Bäume konnten sich dann sicher auch über eine gute Obsternte freuen. Zwischen den Baumreihen wurden kleine Streifen mit Wildblumen bewusst nicht gemäht. . Das Obst konnte auf der sonst kurzgehaltenen Wiese trotzdem gut abgelesen werden.

Oft findet man Streuobstwiesen vor, auf denen eine intensive Beweidung von Pferden oder Rindern stattfindet. Die Wiese wird dabei  zertrampelt und die Rinde der Bäume manchmal auch geschädigt.

Das Beispiel hier zeigt, das es auch anders gehen kann!

 

Wir danken allen Mitgliedern der Naturlandstiftung für ihren Arbeitseinsatz oder ihre finanzielle Unterstützung im Jahr 2017 und hoffen, dass auch im Jahr 2018 das Augenmerk auf dem Erhalt von kleinen Biotopen liegt.

 

Ottfried Weber/Gabriele Winter, 03.01.2018