Grünberg blüht


Blühflächen beleben das Stadtbild und geben Insekten Nahrung

Seit über fünf Jahren findet man jedes Jahr im Stadtgebiet und in den Offenlandbereichen der Großgemeinde zahlreiche Blühflächen. Insekten und Kleinlebewesen bekommen dadurch Nahrung, das Stadtbild wird belebt, Spaziergänger erfreuen sich an den bunten Flächen. Der langjährige Erfolg des Projektes entstand durch die gute Kooperation zwischen dem Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg, dem Bienenzuchtverein Grünberg und Umgebung e. V., der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V., dem Naturschutzausschuss des Jagdvereins Hubertus Gießen und Umgebung e.V. , die Stadt Grünberg sowie CropeScience Deutschland GmbH. Die unterschiedlichen Sichtweisen der beteiligten Partner wurden in dem gemeinsamen Projekt respektiert, zusammengeführt und dem Ziel untergeordnet, einen Beitrag zur Verbesserung des Biodiversität leisten zu wollen.

 

 Die letzten beiden Sommer stellten jedoch eine Herausforderung an das Projekt dar. Im Frühjahr gab es 2018 und 2019 oft schon sehr trockene Phasen, die Aussaat musste gut überlegt werden. Dabei stand 2019 noch etwas besser da. Aber dann kam auch noch der langanhaltende Sommer mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag. Im Jahr 2018 wurde der Versuch unternommen, durch die Feuerwehr zumindest die innerstädtischen Flächen zu bewässern. Aber das konnte auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Die bunte Vielfalt der Pflanzen hat auch 2019 wieder unter der Trockenheit gelitten. Dass das Wasser ein wesentlicher Faktor zum Gelingen des Projektes ist, zeigt sich in diesem Jahr an einer Blühfläche, die Ottfried Weber, Vorsitzender der Naturlandstiftung, auf einem privaten Grundstück im Brunnental angelegt hat. Der Wasservorrat dort lässt die Blumen prächtig gedeihen. Spaziergänger bewunderten immer wieder die bunte Fläche. Doch es ist nicht so, dass die Blühstreifen keinen Nutzen haben, die nun zum Ausgang des Sommers nicht mehr in vollem Glanz stehen. Betrachtet man sie sich genauer, so stellt man fest, dass es dort vor Käfern und Insekten wimmelt, die in den Samen der abgeblühten Pflanzen genügend Nahrung finden. „Wenn die Natur eine Chance haben soll“, resümierte Gabriele Winter, Naturlandstiftung Gießen, „ so müssen wir unseren Schönheitsbegriff überdenken. Disteln, Brennnesseln, Brachflächen, nicht gemähte Grünstreifen am Wegesrand, sind das Paradies für viele Tierarten.“

Gabriele R. Winter, 28.08.2019

 


Impressionen aus den Blühflächen 2019



Umsichtige Landschaftspflege


So kann es auch gehen. Hier hat ein Landwirt nicht alles gleich wieder abgeraspelt, sondern den Nachwuchs aus der Blühfläche des letzten Jahres wieder hochkommen lassen und in die Bestellung seines angrenzenden Ackers integriert.

Heraus kommt dabei nicht nur eine kleine Nische für Insekten und Kleinlebewesen, sondern auch noch ein schönes Fotomotiv.

Das Beispiel sollte Schule machen.

Das ist die Lageübersicht des Streifens. Es zeigt den Feldweg zwischen Stangenrod und Beltershain.

Gabriele R. Winter 28.07.2019


Poolparty

Vögel brauchen bei dieser Witterung Wassertränken. Dazu braucht man nichts kaufen. Es reicht ein Blumenuntersetzer, den man möglichst täglich mit frischem Wasser auffüllt.

Wer einen Gartenteich hat, sollte trotzdem zusätzliche Wassertränken aufstellen. Der Gartenteich ist vor allem kleinen Vögeln manchmal unheimlich.

Gabriele R. Winter, 24.07.2019


Warum Disteln einen Sinn machen

Gabriele R. Winter, 22.07.2019


Tipps für einen insektenfreundlichen Garten

Blumenkästen lassen sich ganz einfach zu einem Insektenparadies verwandeln.

Im April/ Mai oder auch noch bis Juni einjährige Blühmischungen in den Kasten aussäen. Es blüht dann bis zum Frost und freut alle Insekten.

Als ich gestern an meinem Schreibtisch saß, entdeckte ich zwei Distelfinken in dem Kasten. Es ist lange her, dass ich die Vögel im Garten beobachten konnte. Leider war ich mit der Kamera zu spät. Aber als ich in den Garten ging, entdeckte ich einen der Vögel in einer kleinen Blühwiese. Jeder kleine Platz eignet zur ihrer Anlage.

Majoran ist ein beliebtes Küchengewürz. Seine rosa Blüten zieren jedes Gartenbeet. Er ist anspruchslos und gedeiht auf jedem Boden. Wildbienen zieht die Pflanze wie ein Magnet an.

Also es lohnt sich, Gewürze auch mal ausblühen zu lassen.

Gabriele R. Winter 06.07.2019


Bergmähwiesen im Vogelsberg


Im Rahmen einer Mitgliederversammlung des Gesamtverbandes "Naturlandstiftung Hessen" stellte Anja Püchner, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und dem ländlichen Raum, zusammen mit Mitarbeitern das Projekt "Bergmähwiesen im Vogelsberg" vor. Der Schutz der Artenvielfalt und  eine  verträgliche Bewirtschaftung der Flächen sind die Zielsetzungen. Jährlich findet auf den Wiesen das Bergmähwiesenfest statt, bei dem sich Bürger und Bürgerinnen über die Bedeutung dieser Flächen für den Naturhaushalt informieren können. Insbesondere sollen wertvolle Insekten geschützt werden, was bestimmte landwirtschaftliche Bearbeitungsmethoden verlangt.


Jetzt wird es langsam Zeit !


Jetzt wird es langsam Zeit, die vorbereiteten Blühflächen einzusäen.

Keine Fläche sollte länger als drei Einsaatjahre genutzt werden, um die volle Blüte zu erreichen.

Flächen aus dem vergangenen Jahr werden im Frühjahr gemulcht. Besser ist es allerdings, wenn die Fläche abgemäht und das Schnittgut entfernt wird. Danach wird die Fläche mit geringer  Bodentiefe umgebrochen und der Boden anschließend verfeinert.

 

Nun kann gesät werden. Das geht maschninell, aber wie man hier sieht, funktioniert es auch per Handaussaat. Karl Höhl sät hier einen Blühstreifen auf einem Acker von Ottfried Weber ein. Gut ist es, wenn zum Schluss, die Aussaat etwas angewalzt wird.

 

Spätestens Ende Mai sollten alle Flächen eingesät sein. Es ist zwar gut, nicht zu früh mit der Aussaat zu beginnen, damit die Insekten dann Nahrung finden, wenn die Felder bereits abgeerntet sind. Doch Ende November sollten vor allem auch die Honigbienen zur Ruhe kommen können.

Wenn die abgeblühten Pflanzen über den Winter stehen bleiben, geben sie noch Nahrung für Kleinsäuger und Vögel.

Gabriele R. Winter 01.05.2019


Frühjahrsputz am Ramsberg Laubach


Die Pflege der alten Obstbäume am Ramsberg in Laubach gehört zu den Arbeitsschwerpunkten der Naturlandstiftung. So wurden auch in diesem Frühjahr die Bäume inspiziert und Pflegemaßnahmen durchgeführt.. Dazu wurden die jungen Bäume, die im Herbst gesetzt wurden, in Form geschnitten. Gerade am Anfang des Wachstums ist es wichtig, unerwünschte Triebbildungen zu verhindern, damit zuletzt ein gesunder kräftiger Baum reichlich Früchte tragen kann.

Gabriele R. Winter 20.03.2019


Schutz und Stützen für junge Obstbäume


Die Streuobstwiese am Ramsberg in Laubach wird im Sommer mit Ziegen beweidet. Das hält die Wiese in Form und gibt Futter für die Tiere. Aber Ziegen erfreuen sich nicht nur über das frische Grün der Wiese, sie knabbern auch gern an frisch gesetzten Obstbäumen. Daher ist es umablässig, einen stabilen Drahtschutz um die Bäume anzubringen.  Es hat sich als erfolgreich erwiesen, bei der Pflanzung eien stabilen Pfahl zur Stütze des Baumes mit einzugraben. An diesem lässt sich dann das Drahtgeflecht sicher verankern.

Gabriele R. Winter 29.03.2019


Was können wir tun,um Bienen und Bestäuber zu unterstützen?


Fachvortrag der Kooperation zwischen Imkern, Landwirten und Jägern in Grünberg

 

 

In den bis auf den letzten Platz besetzten Condomerstuben der Gallushalle in Grünberg referierte Dr. Reinhold Siede, Agraringenieur des Bieneninstituts Kirchhain vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen(LLH) über „Schwund und Schutz von Bienen und Bestäubern. Was können wir tun?“

 

 Unstrittig sei dabei, dass 75 % der Insektenmasse verschwunden sei, was auch durch die Krefelderstudie 2017 belegt sei. Besonders Ameisen, Wespen und Großschmetterlinge stünden auf der Roten Liste. Bei der Honigbiene könne dabei kein gravierender Rückgang verzeichnet werden. Im Gegenteil, die Zahl der Imker wachse stetig, die Honigbiene werde gut betreut.

 

Anders sehe es bei den Wildbienen aus. Die Ursachen dafür seien vielfältig, führte Siede aus. Klimawandel, Verlust und Veränderung der Lebensräume, Urbanisierung, Lichtverschmutzung, Städtebau, intensivere Landwirtschaft und invasive Pflanzen und Tiere könnten für den Rückgang der Insekten verantwortlich sein. Am Ende der Kette stünde dann auch noch der Verbraucher, der heute nur 15 % seines Einkommens für Nahrungsmittel ausgebe, 1850 seien es 61 % gewesen. Diese Preisentwicklung habe die landwirtschaftliche Produktion verändert.

 

Selbst wenn Betriebe von intensiver Grünlandbewirtschaftung auf extensiven Anbau umstellten, dauere es Jahre, bis die Pflanzenarten wieder zunähmen. Trotzdem sei die Liste der Maßnahmen lang, die zu einer Verbesserung der Nahrungs- und Lebenssituation der Insekten führen könne: Flächen zum Feldfutteranbau nutzen, Untersaaten in Getreide- und Maisschlägen, Anbau von Wildpflanzen zur Einspeisung in die Biogasanlagen, Anlage von bienenfreundlichen Sonderkulturen, wie z. B. Lein, Anbau von Zwischenfrüchten und Agroforstsysteme zählten dazu.

 

Einen besonderen Schwerpunkt legte Reinhold Siede auf den Anbau von Blühflächen und Blühstreifen.  Wichtig sei dabei zu beachten, dass die vorgesehene Fläche möglichst sauber sei. Um den Wuchs von nicht erwünschten Beikräutern zu verhindern, empfehle sich das Anwalzen, das das schnelle Auflaufen der Wildsaaten fördere. Besonders führe z.B. der Anbau der Kornblume durch den Aufschluss der Bodennährstoffe zu einer steigenden Bodenfruchtbarkeit bei Anschlusssaaten. Auch Grasland lasse sich durch eine umbruchlose Ansaat und einem anschließenden Schröpfschnitt mit Blütenpflanzen durchsetzen. Aber alle Mühe sei umsonst, wenn anschließend die Flächen nur abgemulcht würden. Das sei bedauerlicherweise gerade auch an Wegrändern, Gräben und Hängen der Fall, die durch die Kommunen gepflegt würden. Um solche Flächen langfristig zu erhalten, bedürfe es einen späten Schnitt und das Abfahren des Schnittgutes.

 

Im LLH gebe es eine Arbeitsgruppe, die dazu forsche: welche Pflanzen auf den Blühflächen haben welchen Nutzen für bestimmte Insekten und welcher Standort ist dann dafür geeignet? Als Schlüsselpflanzen hätten sich bereits die Färberkamille, Gänsefuß, Phaselia und Schafgarbe herausgestellt. Viele Insekten seien Spezialisten, die z.B. auf Grund ihrer Anatomie nur bestimmte Pflanzen anfliegen könnten. Der Bauernverband habe bei seiner aktuellen Saatmischung für Blühflächen das berücksichtigt. Aber auch  Betriebe der Saatgutherstellung berücksichtigten diese Faktoren.

 

Die Auseinandersetzung mit der Thematik des Artenschwunds führe zu einigen Zielkonflikten. So stünden Brot oder Blüte sich gegenüber, Pflanzenbau und Naturschutz, kommunale Interessen und Bestäuberbedürfnisse. Am Ende stehe der Konsument.“ Jeder kehre vor seiner Tür und die Welt ist sauber“, formulierte Siede seine These.  In jedem Hausgarten gebe es zahlreiche Möglichkeiten, den Insekten Nahrungsgrundlagen zu schaffen, z.B. durch das Anlegen einer Wildecke, Kräuter in die Blüte kommen lassen oder den Garten durch Pflanzen mit ungefüllten Blüten aufwerten. Mähroboter und die um sich greifende Steinkultur in Vorgärten seien der Tod unserer Insektenwelt. Diese Aussagen fanden eine vehemente Unterstützung bei der Zuhörerschaft.

 

Samuel Grutzky, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Grünberg und Umgebung e. V. dankte Dr. Reinhold Siede für seinen kompetenten Vortrag und verband dabei die Hoffnung, dass weiterhin in einem gemeinsamen Dialog Verbesserungen erreicht würden. Dazu trage die jahrelange gute Kooperation mit dem Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg, der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e. V., des Jagdvereins Hubertus Gießen und Umgebung e.V., der Stadt Grünberg und Bodo Peth, landwirtschaftlicher Berater der CropeScience Deutschland GmbH, bei.

 

Gabriele R. Winter 20.03.2019

 


"Unsere Kulturlandschaft ist kein Golfplatz"


Dr. Heino Steinmetz referiert über Pflegemaßnahmen im Offenland

 

 

 

„Unsere Kulturlandschaft ist kein Park und bedarf naturrelevanter Pflegemaßnahmen“, betonte Dr. Heino Steinmetz aus dem Sprecherteam des Arbeitskreises „Lebensraum Feldwege der Biodiversitätsstrategie des Landkreises Gießen“. 

 

Die Naturlandstiftung des Landkreises e.V. hatte anlässlich der Jahreshauptversammlung  2019 zu dem Vortrag geladen.

 

 

Zunächst zeichnete Steinmetz ein düsteres Bild der augenblicklichen Situation im Offenland. Feldwege verschwänden lautlos in der Landschaft, Gräben würden bis zur Wurzel bereits im Frühjahr von den Kommunen abgeraspelt, Randstreifen würden abgespritzt, die Einsaat der landwirtschaftlichen Flächen geschehe bis zum Wegesrand. Dadurch würden wichtige Linearstrukturen zur Biotopvernetzung zerstört. „Wo bitte soll bei diesen ausgeräumten Flächen z.B. der Hase im Oktober Deckung finden? Wenn Sie auf die Feldflur im Herbst sehen, bleiben nur Krähen und Mäuse übrig“, führte Steinmetz aus.

 

 

Eigentümer der Wege, Randstreifen und Gräbenränder seien wir alle. Mit der Verwaltung hätten wir die Kommunen beauftragt. Steinmetz rief dazu auf, dass Bürgermeister und Bauhöfe ihr Augenmerk verstärkt auf die Offenlandbereiche ihrer Gemeinde lenkten. Lobenswert hob er dabei die Gemeinde Reichelsheim hervor, die per EDV einen Pflegeplan erstellt habe, der die Belange der einzelnen Biotope berücksichtige und dadurch eine Rückmeldung über die getätigten Pflegemaßnahmen möglich mache.

 

 

So reiche es per Verordnung z.B. aus, wenn angelegte Honigbrachen erst spät im Herbst gemulcht würden. Graswege seien jedoch keine Naturschutzgebiete, sondern müssten dem Landwirt ermöglichen, seine Ackerflächen zu erreichen. Da  reiche es aber völlig aus, wenn sie partiell im Sommer einmal  mit hoher Schnitteinstellung gemulcht würden. Randstreifen an Straßen könnten einmal im Jahr immer nur wechselnd auf einer Straßenseite bearbeitet werden. Böschungshänge bräuchten nicht jedes Jahr einen Rückschnitt, um eine Verbuschung zu verhindern.

Das Wegzackern von Grenzsteinen müsse geahndet werden, da es eine Ordnungswidrigkeit sei. Demnächst werde es ein Treffen mit den Bauhofleitern geben, um über die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen zu sprechen.

 

Zielsetzungen und Vorhaben der Arbeitsgruppe können in einer Broschüre online auf folgendem Pfad nachgelesen werden ( Landkreis Gießen- Umwelt, Bauen, Abfall – Naturschutz- Biodiversität – Formulare , Download – „Nutzung und Pflege der Feldwege“)

 

 

Ottfried Weber, 1. Vorsitzender der Naturlandstiftung dankte Dr. Steinmetz für seine kompetenten Ausführungen. Er freute sich, dass die Zielsetzungen der Naturlandstiftung sich mit denen der Arbeitsgruppe deckten. So wurde auch 2018 durch die Anlage von Blühflächen, dem Schutz von Flachwassergebieten und der Pflege von Streuobstwiesen und Feldholzinseln wieder daran gearbeitet und auch 2019 fortgeführt.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, betonte Weber im Hinblick auf das Arbeitsjahr 2019 in der Naturlandstiftung.

 

 

Gabriele R. Winter, 17.03.2019

 


Frühlingserwachen

Der Start in den Frühling ist noch etwas zögerlich. Aber es gibt untrügliche Zeichen. Auf unserem Nussbaum sitzt ein einsames Rotkehlchen und singt sich die Stimme aus dem Hals, in der Hoffnung doch noch einen Partner für den Frühling zu finden.

 

Das macht auch traurig. In diesem Winter war dies das einzige Rotkehlchen, das an die Futterstelle im Garten kam. Auch Grünfinken, Dompfaffen und  Buchfinken, die in den Jahren davor regelmäßig kamen, waren nicht auszumachen.

 

Auch kommt es mir so vor, als ob in diesem Jahr der Vogelgesang am Morgen wieder leiser geworden ist.

Es wird Zeit, diese Zeichen ernst zu nehmen.

Jeder von uns kann etwas tun!

 Worauf warten wir?

Gabriele R. Winter, 10.03.2019


Feldholzinsel in Reinhardshain verjüngt


Ein tatkräftiges Arbeitsteam machte sich daran, die Feldholzinsel, die 2004 von der Hegegemeinschaft Grünberg gepflanzt wurde, in ihrem Bestand zu verjüngen.

Burkhard Dörr, Landwirt aus Reinhardshain, stellte damals sein Land zur Verfügung. Durch die Anlage der Feldholzinsel konnte ein Ökokonto angelegt und dann Ökopunkte verkauft werden. Der Ertrag daraus wurde anschließend den Revieren der Hegegemeinschaft zur Verbesserung ihrer Biotope zur Verfügung gestellt.

Zur Verjüngung der Feldholzinsel wurde von Mitgliedern der Hegegemeinschaft ein Streifen der Gehölze in der Mitte gefällt. Die dichte Randzone blieb dadurch unverletzt.

Das anfallende Schnittgut konnte mit dem Häcksel von Landwirt Dörr sofort zerkleinert und dem Biotop wieder zugeführt werden.

Im nächsten Jahr wird eine weitere Schnittmaßnahme notwendig, damit die Saumzone weiterhin Windschutz- und Deckungsfunktion behält

Gabriele R. Winter 23.02.2019


Aktuelles


Fachvortrag Landwirte - Imker - Jäger - Ein Team, ein Ziel

"Ein Team - ein Ziel" ist die Überschrift des Fachvortrages, der am Dienstag, den 19. März 2019 in der Gallushalle in Grünberg stattfindet.

 

Martina Behrens, landwirtschaftliche Biodiversitätsberaterin im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen referiert zu diesem Thema.

 

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken, Sie können sich das Veranstaltungsplakat auch gerne hier downloaden:

 

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Utphe 09.02.2019

Liebe Freunde des Naturschutzes,

 

das neue Jahr eilt bereits mit schnellen Schritten voran. Ein kleiner Frühlingshauch war gestern auch schon spürbar, als ich in Utphe die ersten Kraniche am Himmel gesichtet habe.

Ihr Rufen macht Mut für neue Herausforderungen im neuen Jahr.

Also packen wir es an. 

 


Trotzdem gibt es auch Weisheiten, die länger aktuell sind als ein Jahr. Es stimmt schon, dass gemeinsame Ziele, eine gute Kommunikation und die Zusammenarbeit in der Gruppe, in der jeder an dem für ihn richtigen Platz steht, zu Erfolg führen.

Und genauso gut bleibt es für einen intakten Naturhaushalt auch weiterhin wichtig, dass gegenseitige Rücksichtigkeit gepflegt wird.

Daher belasse ich die beiden Texte aus dem Jahr 2018 auch zum Auftakt in 2019.

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

 

Gabriele R. Winter   

 

Öffentlichkeitsarbeit                                      Ottfried Weber, 1. Vorsitzender


Wie aus Einzelnen ein großes Ganzes werden kann


Gegenseitige Rücksichtnahme als Voraussetzung für einen intakten Naturhaushalt

Im Rahmen einer Feldbegehung zeigte  Ottfried Weber, Vorsitzender der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V., auf, wie oft  durch bloße Achtlosigkeit Naturschutzmaßnahmen gefährdet werden können.

Im Offenland würden große Flächenbereiche zur Beweidung von Pferden, Ziegen und Schafen genutzt. Vom Frühjahr bis Herbst werden  diese Flächen eingezäunt. Leider sei es aber dann oft der Fall, dass die Litzen der Zäune im Winter nicht abgebaut werden oder Maschengeflecht dort verbleibe. Freilebende Tiere kämen dadurch in Lebensgefahr. Sie verwickelten sich in die Schnüre und könnten nur selten lebend befreit werden. 


Genauso gefährlich sei es, wenn Schnüre achtlos weggeworfen würden. Größere Vögel verwendeten diese als Nistmaterial und dann könne es vorkommen, dass die Jungvögel im Nest mit den  Ständern hängenblieben und das Nest nicht mehr verlassen könnten.

 

 In einem Land, in dem intensive Landwirtschaft, Jagd und zunehmende Landnutzung durch Freizeitaktivitäten der Bürger und Bürgerinnen aufeinander treffen, seien gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis für die unterschiedlichen Interessen notwendig, damit der Lebensraum von Tieren und Pflanzen erhalten bliebe, so Weber. Wenn dies gelingen soll, seien der Dialog und die Kooperation zwischen den verschiedenen Gruppen zu fördern. In der Region um Grünberg sei es z.B. seit Jahren guter Brauch, dass sich Landwirte, Imker und Jäger zu gemeinsamen Feldrundgängen träfen. Dort bekomme man Einblick in die Arbeitsweise und Bedürfnisse der anderen und das Verständnis für einander wachse. So informierten die Landwirte die Imker, wenn die Ackerflächen mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden müssten. Die Imker könnten ihre Bienen dann aus deren Nähe entfernen.

 

„Voneinander wissen und voneinander lernen sind die Basis für gelingenden Naturschutz“, resümierte Weber am Schluss.

 

Gabriele Winter, 08.05.2018

Bild: Klaus Lindenstruth

 


Lebensraum schaffen für Offenlandarten im Landkreis Gießen  - ein vernetztes Projekt

Oder über einen vergeblichen Versuch, bürokratische Hürden zu überwinden

Ausgehend von den positiven Erfahrungen der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. mit der Kooperation von unterschiedlichen Vereinen und Organisationen entstand die Projektidee, auf einer größeren zusammenhängenden Fläche im Offenland mit Hilfe der Schaffung eines Netzwerkes von Akteuren Habitate für bestimmte Zielarten zu verbessern. Durch die Nutzung von vorhandenen Kompetenzen in der Region wird die Arbeit von meist ehrenamtlich arbeiteten Menschen gewürdigt und es bringt längerfristig den Gewinn, dass geschaffene Strukturen auch über den Projektzeitraum hinaus tragfähig werden. Das in das Projekt investierte Geld kann so auf längere Zeit Früchte tragen.

 

Die Auswahl der Zielarten erfolgte auch unter dem Aspekt des Bekanntheitsgrades in der Bevölkerung, da dadurch emotionales Engagement gefördert werden kann. Da durch die Größe der angelegten Projektfläche eine Koordination der landwirtschaftlichen Maßnahmen unumgänglich ist, wird dabei die Zusammenarbeit zwischen den Landwirten gestärkt.

 

Da die ausgewiesene Fläche mehrere Kommunen und Gemarkungen umfasst, geht es nicht um Abgrenzung von Revieren, sondern um einen zusammenhängenden Lebensraum.

 

Durch den Bekanntheitsgrad der Zielarten besteht ebenfalls die Möglichkeit, in Schulen kleine regionale Aktionen zu steuern.

 

In der konkreten Projektplanung werden folgende Schwerpunkte genannt:

 

„Die Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. und der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. planen das Projekt mit dem beispielhaft die Artenvielfalt (dazu gehören auch die klassischen Niederwildarten Rebhuhn und Feldhase) in der offenen Landschaft gefördert werden soll. Das Projekt soll die zur Verfügung stehenden Mittel der Agrarförderung des Landes Hessen (HALM) überbetrieblich koordinieren und in Bezug zur Biodiversitätsstrategie des Landes und des Landkreises setzen. Neben den beteiligten Betrieben sollen alle in der Region bereits engagierte Personen und Vereine im Bereich Naturschutz einbezogen werden. 

  • Mit dem Konzept soll die Zusammenarbeit der im Projektgebiet wirtschaftenden Betriebsinhaber mit den wichtigen Akteuren aus den Reihen der übrigen Jagdgenossen, den Jagdpächtern und den Landschaftspflege-bzw. Naturschutzverbänden gefördert werden. Im Fokus steht dabei die überbetriebliche Koordinierung der HALM-Förderung (HALM C.1 bis C.3.5 und E.2).
  • Die Landwirtschaft soll damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen leisten und dies in der Region offensiv publizieren.
  • Innerhalb der Projektlaufzeit soll im Projektgebiet die Fläche geeigneter Habitatsstrukturen vergrößert und damit die Dichte der Zielarten Rebhuhn, Feldhase, Feldlerche, Steinkauz (vorläufige Zielartenliste) erhöht werden.
  • Im Einzelnen sollen dazu folgende Teilziele erreicht werden: 

a. Steigerung der Akzeptanz der Förderverfahren „Förderung besonders nachhaltiger Verfahren im Ackerbau und bei Dauerkulturen“ (insbesondere die HALM-Verfahren C.1 bis C.3.5 und E.2) durch konkrete Vorschläge für die Verortung und Gestaltung der Maßnahmen

 

b. Unterstützung in der fachlichen Weiterbildung zur Umsetzung der Maßnahmen

 

c. Schaffung von Strukturelementen auf Ackerflächen, die den Lebensraum für die Zielarten nachhaltig verbessern. Im Einzelnen kann dies z.B. durch die Anlage und vernetzte Platzierung von Blühstreifen, Acker- Blühstreifen, Ackerrandstreifen, Ackerwildkrautflächen oder Erosions- und Gewässerschutzstreifen erreicht werden.

 

d. Durch die Zusammenarbeit mit den kommunalen Trägern sollen Maßnahmenplanungen im Zuge von Kompensationsmaßnahmen mit den Zielen des Projektes abgesprochen werden.

 

e. Verwirklicht werden soll im Ergebnis ein Biotopverbundsystem mit Linearstrukturen und Trittsteinbiotoben. Zur Erhaltung oder Wiederbelebung der biologischen Vielfalt ist dabei von zehn Prozent der Fläche auszugehen. Dabei sollen neben den geförderten landwirtschaftlichen Flächen auch bereits vorhandenen Biotopstrukturen berücksichtigt werden. Diese bestehen aus Straßen-bzw. Wegrändern, Feldwegen, Gräben, Rainen, Uferstreifen, Feuchtwiesen, Streuobstwiesen, Tümpeln und vielem mehr. Werden die vorhandenen Lebensräume durch Linearstrukturen entlang der Äcker vernetzt und durch weitere Trittsteinbiotobe ergänzt, ergeben sich die Strukturen, die ein Biotopverbundsystem ausmachen.

 

Durch die Unterstützung des Landes wird dieses Projekt aufgewertet und die Bevölkerung nimmt wahr, dass durch den Zusammenschluss vieler Fähigkeiten und Kompetenzen neue Lösungsansätze zur Verbesserung der Biotope entwickelt werden können.“ (s. Projektmappe)

 

Die Projektvorlage erhielt viel Lob und Unterstützung in der Region und wurde im Rahmen einer Veranstaltung der Naturschutz-Akademie in Wetzlar dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorgestellt und dort eingereicht. Eine Rückantwort über den Verbleib bzw. eine eventuelle Förderung haben die Projektinitiatoren jedoch nie erhalten. Es bleibt die Frage offen, ob auf diese Weise ein Engagement zur Verbesserung der Biodiversität wirklich gefördert werden kann.

 

Gabriele R. Winter, 07.02.2019