Streuobstwiesen in Not


Nur ein Drittel der vorhandenen Flächen ist noch intakt

Lupenreine glänzende Oberflächen, das sind die Standards, die viele Käufer heute erwarten, wenn sie Äpfel kaufen. Zudem macht es Mühe und Arbeit, Obstbaumflächen zu pflegen und das Obst zu ernten. Daher geraten Streuobstflächen immer mehr in Vergessenheit.

Streuobstwiese ungepflegt
Obstbaumgrundstück in Grünberg

Wenn dann noch eine Beweidung mit Rindern auf der Fläche stattfindet, bleibt von den Bäumen auf Dauer nicht mehr viel übrig.

intakte Streuobstwiese
Streuobstwiese in Mücke Ruppertenrod

Dass es auch anders geht, zeigt dieses Beispiel. Ganz in Vergessenheit ist auch geraten, dass diese Flächen einen hohen ökologischen Wert für Klima, Fauna und Flora haben. Das Biotop gehört zu den artenreichsten in Mitteleuropa. Der Steinkauz, eine Leitart auf diesen Flächen, ist teilweise vom Aussterben bedroht, da er in den Obstbäumen seine Nistmöglichkeiten findet.


Wie Streuobstwiesen eine Chance bekommen

Die Naturlandstiftung im Landkreis Gießen hat es sich daher zu einer ihrer wichtigsten Ausgabe gemacht, in Kooperation mit den örtlichen Obst-und Gartenbauvereinen alte Bestände zu pflegen, Nachpflanzungen zu machen bzw. neue Flächen anzulegen.

G. Winter


Streuobstwiesen im Jahr 2018


Streuobstwiesen auf dem Laufenden halten

Im Herbst ist es dann wieder so weit. Jetzt können im Oktober/ November neue Bäume gepflanzt werden. Im Laufe der Zeit entstehen  Lücken auf einer Streuobstwiese, die gefüllt werden können. Bevor man aber alle abgestorbenen Bäume entfernt, sollte man überprüfen, in welchem sich bereits Insekten oder Kleintiere angesiedelt haben. Ab und zu eine alte Baumleiche stehen zu lassen, hilft den Artenreichtum auf der Wiese zu verbessern und bietet z.B. Vögeln auch Nahrung.

 

Die Naturlandstiftung pflanzte in diesem Herbst auf dem Ramsberg in Laubach und in Stangenrod Obstbäume nach. Damit diese nicht sofort wieder durch Mühlmäuse den Geraus gemacht bekommen, wurden die Wurzelballen mit Maschendraht umwickelt. Man muss allerdings dazu sagen, dass dies auch nicht ein immerwährender Schutz ist, denn irgendwann löst sich der Draht auf. Aber zumindest in der Anwachszeit hat der Baum einen Schutz.

Solche Aktionen sind natürlich nur durch engagierte Helfer möglich. Für ihre Unterstützung ein herzliches Dankeschön.

 

Gabriele R. Winter 28.11.2018


Frühjahrsputz auf der Streuobstwiese am Ramsberg


Wie in jedem Jahr wurde auf dem Ramsberg in Laubach wieder ordentlich gesägt und die Obstbäume auf Vordermann gebracht. Das bewährte Arbeitsteam unter der Leitung von Ottfried Weber führte einen fachgerechten Obstbaumschnitt durch. Karl Höhl, Jürgen Langer, Franz Lichtblau, Klaus Lindenstruth und Horst Wagner kümmerten sich dieses Mal vor allem um die älteren Bäume, um deren Ertrag dadurch zu steigern und das Leben der Bäume zu verlängern. In der anschließenden Bildergalerie lässt sich erkennen, dass der Arbeitseinsatz sehr erfolgreich war.

 

Gabriele Winter 03.04.2018


Streuobstwiesen im Jahr 2017


Über das Schicksal alter Streuobstwiesen

Bilder Annika Hartmann

Die Besitzer vieler Streuobstwiesen sind meist alt, in der nachfolgenden Generation fehlt es manchmal am Interesse an den Flächen und Zeit für die Ernte ist auch nicht da. So werden die Flächen bestenfalls verpachtet und zur Beweidung freigegeben. Unkontrolllierte lange Beweidung schadet den Bäumen dann aber oft. Die Rinden werden verschabt, alte Äste fallen herunter, das Obst gammelt vor sich hin.

 

Die Naturlandstiftung hat es sich 2010 zum Ziel gesetzt, solche Flächen zu erhalten. In Vorträgen bei Obst- und Gartenbauvereinen stellt sie ihr Konzept vor.

Die Pflege kann eine Patenschaft sein, d.h. die Naturlandstiftung finanziert den Baumschnitt und die Vereine gehen damit die Verpflichtung ein, im Abstand von 3 Jahren eine erneute Pflege vorzunehmen.

 

Das hat an manchen Stellen bereits Erfolg gehabt. Aber das ist natürlcih auch abhängig von den Kapazitäten in den Vereinen. Oft sind auch hier die Mitglieder bereits älter.

Aber es ist auch möglich, für einen oder mehreren Bäumen  Pate zu werden. Diese werden in der Schnitttechnik geschult und können dann das Obst kostenfrei ernten. Der Ramsberg in Laubach ist da ein Beispiel dafür.

 

Wenn alle Stricke reißen, trommelt die Naturlandstiftung Helfer aus ihrem Verein, aus der Hegegemeinschaft oder dem Jagdverein Hubertus zusammen und macht sich selbst ans Werk. So ist es auch in diesem Frühjahr gegenüber dem Neuen Friedhof in Grünberg geschehen. Die Arbeit in der freien Natur macht nicht nur körperlich fit, sondern bietet auch die Gelegenheit, bei Kaffee, Kuchen und einer dicken Suppe sich mal wieder zu treffen und die spannendsten Neuigkeiten auszutauschen.

Gabriele R. Winter 07.03.2017


Anbringen von Nisthilfen auf einer alten Streuobstwiese am Friedhof in Grünberg

Gabriele R. Winter, 10.03.2017


Obstbaumschnitt zur Erhaltpflege auf dem Ramsberg

Gabriele R. Winter 24.03.2017


Streuobstwiesen im Jahr 2016


Heimisches Obst ist wieder in

Baumpaten betreuen die Streuobstwiese am Ramsberg in Laubach

Streuobstwiese am Ramsberg Laubach ist startklar für die nächste Erntesaison

"Erfreulicherweise wächst das Interesse der Bevölkerung  an einheimischem ungespritzem Obst", stellte Uwe Stöckel bei der Inspektion der Streuobstwiese am Ramsberg in Laubach fest. So bot es sich auch in diesem Jahr wieder an, einen Schnittlehrgang für die Baumpaten durchzuführen. Anhand eines Baumes demonstrierte Baumwart  Horst Wagner, welche Arbeitsschritte wichtig sind, damit im Herbst reichlich Obst geerntet werden kann.

 

Auch werden jedes Jahr auf der Fläche neue Bäume nachgepflanzt, um Lücken zu schließen und alte Bäume zu ersetzen. Für das laufende Jahr hat die Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. einen Antrag bei der Stadtwaldstiftung Laubach auf Finanzierung von  20 hochstämmigen Obstbäumen gestellt, die dann im Herbst gemeinsam mit der Stadt Laubach von ehrenamtlichen Helfern der Naturlandstiftung gepflanzt werden.

 

"Die große  Streuobstwiese hier in Laubach liegt der Naturlandstiftung seit Jahren am Herzen. Durch ihre Lage innerhalb des Stadtbereichs können die Bürger und Bürgerinnen bei ihren Spaziergängen sehen, welche Maßnahmen helfen, ein solch wertvolles Biotop zu erhalten. In Gesprächen mit den Spaziergängern lassen sich auch gleich Sachkenntnisse über die Vogelarten vermitteln, die dort gerne brüten," meinte der Vorsitzende Ottfried Weber. So wurden in diesem Jahr 8 neue Höhlenbrüterkästen aufgehängt, die durch ihre Bauweise einen besonderen Schutz gegen Nesträuber wie den Waschbär und Marder bieten. Die Evenius GmbH in Biebertal, eine gemeinnützige Einrichtung für betreutes Wohnen, hat  dazu  verschiedene Schutzvorrichtungen entwickelt, die Räuber abhalten, aber auf der anderen Seite die Vögel nicht abschrecken, dort zu brüten. " Vogelfreunde sollten in ihren Privatgärten ebenfalls überprüfen, ob die aufgehängten Kästen Schutzmechnanismen haben, ansonsten werden die Kästen zu Todesfallen, erläuterte Weber. Bei Beratungsbedarf stehe die Naturlandstiftung gern zur Verfügung.

 

Bei der jährlichen Inspektion der Streuobstwiese wurden auch die Schutzvorrichtungen gegen den Verbiss durch Weidevieh wieder erneuert, da die Rindenschäden langfristig ein Aus für jeden Obstbaum sind.

 

Gabriele R. Winter 20.03.2016

 

"Einbruchsicherer" Nistkasten, hält tierische Räuber fern.

Das Einflugloch ist seitlich und der Vogel muss um eine Ecke, bevor er ins Nest kommt. Die Vögel sind zwar nicht so begeistert, aber wenn keine andere Nistmöglichkeit vorhanden ist, wird der Kasten gut angenommen.


Neupflanzung von Obstbäumen durch die Stadtwaldstiftung ermöglicht

Bei trocken kaltem Herbstwetter kamen die Baumpaten am Ramsberg in Laubach zusammen und pflanzten bei guter Stimmung 20 neue hochstämmige Obstbäume, damit auch ihre Kinder und Enkel in den Genuss von einheimischem ungespritztem Obst kommen können.

Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Die Bäume müssen regelmäßig gepflegt und zu Beginn auch von Zeit zu Zeit intensiv gewässert werden. Ermöglicht wurde die Anpflanzung durch die Kostenübernahme der Stadtwaldstiftung, die den Antrag der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. zügig bewilligte.

 

Elvira Pesch und Uwe Stöckl wurden nicht müde, neue Baumpaten zu finden.  „Wenn die Bürger und Bürgerinnen für einen einzelnen Baum verantwortlich sind, dann bleibt er im Blickfeld und das Obst wird abgeerntet“, erläuterte Elvira Pesch. „Schön wäre es außerdem, wenn die Paten mit der Zeit so fachkundig sind, dass sie ihren Baum auch pflegen können“, ergänzte Ottfried Weber von der Naturlandstiftung. Gerade die jungen Bäume motivierten dazu, die Wuchsform zu kontrollieren und zu korrigieren. Da habe man noch einen Überblick über die verzweigten Äste. An ältere Bäume getrauten sich Laien meist nicht, obwohl die Beachtung einfacher Regeln des Baumschnitts gar nicht so schwer seien. Daher habe die Naturlandstiftung auch regelmäßig seit 5 Jahren Schnittlehrgänge auf dem Gelände durchgeführt. Horst Wagner, Ruppertsburg, der auch bei der diesjährigen Anpflanzung mit von der Partie war, stand dabei unter anderem als fachkundiger Baumwart zur Verfügung. „Es gibt daneben auch die Möglichkeit, die Bäume für ein kleines Entgelt pflegen zu lassen. Die Naturlandstiftung könnte dabei finanziell unterstützen“, meinte Weber. Wichtig sei einfach, dass der Bestand gesichert wird.

 

Trotz aller Tatkraft mit Schippe und Schaufel brauchten die engagierten Paten aber auch noch Unterstützung beim Ausheben der Pflanzlöcher und dem Anbringen von Stützpfählen. Mit Mike Claasen und Torben Schlüter von der Firma H. Wolf Gartenbau standen zwei kompetente Berater mit Muskelkraft zur Verfügung. Dichter Maschendraht werde die Neuanpflanzung vor Verbiss durch Weidevieh schützen, betonte Weber zum Schluss. So können der Heuchelheimer Schneeapfel, der Kaiser Wilhelm, der Jakob Lebel, der Boskop, die Ersinger Frühzwetsche, die große grüne Reneklode in den folgenden Jahren prächtig Früchte tragen.

 

Gabriele R. Winter, 28.11.2016

 


Streuobstwiesen im Jahr 2015


Auch junge Obstbäume brauchen Erziehung

Neuer Schnittlehrgang für Obstbäume am Ramsberg in Laubach

„Wenn die Ernte später reichlich sein soll, braucht der junge Obstbaum nach dem ersten Jahr einen Erziehungsschnitt“, erläuterte Horst Wagner, Obstbaumwart vom OGV Gonterskirchen, im Rahmen eines Schnittlehrgangs am Ramsberg in Laubach die notwenigen Pflegemaßnahmen. Als Kulturpflanze seien Obstbäume neben dem diesem ersten Schnitt auf einen Aufbauschnitt in der Folgezeit angewiesen, damit sich die Astbildung entwickeln und damit der Erntereichtum gesichert werde. Zusammen mit dem Obstbaumwart Kurt Lumbe informierte Wagner die Baumpaten, die trotz des regnerischen Wetters zahlreich zu dem Lehrgang gekommen waren. Wie schon in den Jahren davor hatte die Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e. V. dazu eingeladen.

Streuobstwiesen sind ein Refugium für mehr als 3000 Tierarten, aber leider geraten sie immer mehr in Vergessenheit und das Obst bleibt nicht selten am Baum hängen. Das weiß der Waschbär zu schätzen, der sich immer weiter in der Region ausbreitet. Als Allesfresser gönnt er sich das süße Obst und bekommt auch gleich noch eine leckere Fleischzugabe. Die angebrachten Vogelkästen auf diesen Wiesen, die dazu beitragen sollen, dass die Artenvielfalt der Vögel erhalten bleibt, raubt er aus. Vogeleier und Jungvögel sind vor ihm nicht sicher.

Daher hat der Verein für Natur- und Vogelschutz in Villigen e.V. angefangen, Vogelkästen zu bauen, die dem Waschbär keine Chance geben. Im Rahmen des Schnittlehrgangs wurde dieser Vogelkasten vorgestellt. Die Vögel müssen, um ins Nest zu kommen, in einem Winkel einfliegen.

 

„Wir haben festgestellt, dass die Vögel diese Kästen gut annehmen, wenn keine anderen vorhanden sind“, erklärte Norbert Heßler aus Villigen.  Für 18 Euro können die Kästen dort erworben werden. Aber auch die Behindertenwerkstatt Schlitz Sassen bietet sie an. Wer sich näher für die Nistkästen interessiert, kann sie diese noch bis zum 15.März im Foyer des Rathauses in Grünberg im Rahmen der Ausstellung „Das heimliche Leben der Waschbären“ ansehen.

 

Am Ende des Lehrgangs waren sich alle Teilnehmer einig, dass das Projekt weiter gehen muss. Daher wird die Naturlandstiftung im Sommer wieder einen Folgelehrgang anbieten.

 

Gabriele R. Winter, 21.02.2015

 


 

 

Waschbärsicherer Vogelnistkasten


Streuobstwiese am Ramsberg Laubach findet immer mehr Unterstützer

„Die Stadt Laubach wird im kommenden Jahr über die Stadtwaldstiftung weitere Obstbäume für die Streuobstwiese am Ramsberg finanzieren, um damit noch bestehende Lücken schließen zu können“, stellte Bürgermeister Peter Klug bei einem Rundgang auf dem Gelände in Aussicht. Außerdem bedankte er sich bei der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. für das Engagement auf der Fläche.

 

Auch in diesem Herbst konnten daher wieder fünf neue Bäume gesetzt werden: eine Landsberger Renette sowie jeweils eine Goldrenette von Blenheim, rote Sternrenette, ein roter Boskoop und eine Ersinger Frühzwetsche. Diese Pflanzaktion koordinierte die Naturlandstiftung. Sie bemühte sich auch um Fördergelder und versorgte das Pflanzteam mit heißen Getränken. Das Ehepaar Franz-Willi und Elvira Pesch und Karl Höhl, Mitglieder der Naturlandstiftung, setzten unter der fachkundigen Leitung von Horst Wagner, NABU Hessen, die neuen Bäume. Die Nachpflanzungen waren durch die extreme Trockenheit des Sommers leider notwendig geworden, da zwei junge Bäume die extreme Witterung nicht verkraftet hatten.

 

Uwe Stöckel, Betreuer der Baumpaten,  berichtete erfreut von dem steigenden Interesse der Laubacher Bürger und Bürgerinnen, sich als Paten und Patinnen der Bäume zu engagieren und dann eben auch das gesunde und ungespritzte Obst genießen zu können.

Da das Schneiden und Betreuen der Bäume etwas Fachkenntnis bedarf, findet im zeitigen Frühjahr 2016 wieder ein Schnittlehrgang statt, an dem sich alle interessierten Bürger und Bürgerinnen beteiligen können. Die Baumpaten können dazu Schnittwerkzeuge mitbringen und dann gleich die erlernte Theorie an ihren Bäumen umsetzen. Den Termin dazu gibt die Naturlandstiftung rechtzeitig in der Presse bekannt.

Gabriele R. Winter, 10.11.2015


Streuobstwiesen im Jahr 2014


Wie Kooperationspartner von einander profitieren können

Bildungsstätte des Deutschen Gartenbaus
Schnittlehrgang Grünberg

Besonders erfreulich ist auch die Kooperation mit der Bildungsstätte des Deutschen Gartenbaus in Grünberg. Die Naturlandstiftung vermittelt für die professionellen Schnittlehrgänge Streuobstwiesen, die eine Pflege nötig haben und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können an praktischen Beispielen ihr neues Wissen umsetzen. Eine Win-Win Situation für beide Seiten.

An der Bildungsstätte des deutschen Gartenbaus in Grünberg finden regelmäßig Schnittlehrgänge für Gehölze statt. Aber grau ist alle Theorie, erst in der Praxis zeigt es sich, ob das erworbene Wissen auch umgesetzt werden kann. Daher brauchen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Kurse auch ein Experimentierfeld. Was lag da näher als in einer Kooperation mit der Naturlandstifung des Landkreises Gießen e. V. Flächen zur Verfügung zu stellen, auf denen der Praxisteil des Kurses stattfinden kann.

So wurde zu Beginn des Jahres eine Ausgleichsfläche der Stadt Grünberg in Augenschein genommen, auf der junge Obstbäume einen Pflegeschnitt brauchen.Mit der Unterstützung durch die Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen konnte die Naturlandstiftung im Bemühen, Streuobstwiesen zu erhalten,wieder einen kleinen Erfolg verbuchen.

Herzlichen Dank!

 

Gabriele R. Winter, 2014


Kooperationen für den Naturschutz

Obst-und Gartenbauverein Gonterskirchen e.V. fördert den Erhalt alter Streuobstwiesen

„Immer mehr alte Streuobstwiesen verschwinden aus dem Landschaftsbild und damit wertvolle Biotope, die zum Erhalt der Artenvielfallt beitragen“, stellte Ottfried Weber, Vorsitzender der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e. V. bei einer Rundfahrt durch den Kreis Gießen fest. Daher sei es ein wesentliches Ziel des Vereins, durch Kooperationen mit den ansässigen Obst- und Gartenbauvereinen Erhaltschnitte an den alten Obstbaumbeständen zu unterstützen. Erfreulicherweise zeigten sich viele der Vereine kooperationsbereit. Gegen eine Aufwandsentschädigung könnten so Jahr für Jahr alte Streuobstwiesen gerettet werden.

 

Klaus Rühl, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Gonterskirchen e.V. trommelt eine starke Arbeitsmannschaft zusammen und gemeinsam wurde begonnen, ein privates Grundstück zu sanieren. „ In einem Jahr ist nicht alles zu schaffen, aber wir bemühen uns darum, jedes Jahr an einem Teilbereich des Baumbestandes einen Erhaltungsschnitt durchzuführen, damit die Landschaftsstruktur im Vogelsberg erhalten bleibt“, begründete Rühl die Motivation für das Vorhaben. Über die Bedeutung für den Naturschutz waren sich beide Vorsitzende einig. Gerade in alten Obstbaumbeständen fänden eine Vielzahl von Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum.

 

Der Steinkauz z.B. gelte als Leitart für diese Biotope. Früher wurde er bei den Dorfbewohnern auch Totenvogel genannt. Begründet habe man das damit, dass der Vogel oft vor beleuchteten Krankenzimmern beobachtetet wurde. Er habe jedoch nicht den Tod gebracht, sondern das Licht in den Zimmern genutzt, um davor auf Insektenjagd zu gehen. Als Nistplätze suche er sich gern Höhlen in alten Obstbäumen aus. Ottfried Weber sicherte zu, dass der Obst-und Gartenbauverein Gonterskirchen e. V. als Dank für seine Kooperationsbereitschaft einen Steinkauzkasten für das bearbeitete Grundstück erhalte.

 

Gabriele R. Winter, April 2014

 


OGV Gonterskirchen e.V. im Arbeitseinsatz


Da kann man mal sehen, was ein starkes Arbeitsteam aus einer alten Baumleiche alles machen kann

Schnittergebnisse im Baumvergleich in Gonterskirchen April 2014


Streuobstwiese am Ramsberg in Laubach bekommt zwei Steinkauzkästen

Gabriele R. Winter, April 2014


OGVLondorf pflegt erfolgreich alte Streuobstwiesen

In Kooperation mit der Naturlandstiftung hat sich der OGV Londorf bereit erklärt, alte Streuobstwiesen zu pflegen. Diesmal ging es um einen Sommerschnitt alter Apfelbäume.

Bei der Pflege geht es weniger darum, den Ertrag der Bäume zu steigern als durch den Bestandserhalt, Lebensräume für Insekten und Vögel zu sichern. Daher bleiben alte morsche Äste mit Höhlen am Baum.

Was Sie hier sehen, ist ein Obstbaum, der in der Höhe gekappt wurde und deshalb regelrecht "in die Breite gegangen" ist. Das Pflücken des Obstes wird so zum Kinderspiel.

Gabriele R. Winter 12.07.2014


Obstsortentag bei der Familie Sauerbier auf dem Warthof in Grünberg

Es ist unglaublich, was diese Familie leistet. In der großen Obstplantage auf dem Hof findet man nicht nur jede Sorte  Äpfeln, auch Pfirsiche, Mirabellen, Pflaumen, Weintrauben und Birnen wachsen dort. Außerdem  wird Honig produziert, Marmelade eingekocht, Apfelwein hergestellt und auch Gemüse in dem Hofladen angeboten. Ganz nebenbei werden  noch die Milchkühe versorgt und Ackerbau betrieben.

 

Einmal in Jahr lädt die Familie zu einem Obstsortentag ein, um in  fachkundigen Führungen Einblick den Anbau des Obstes zu geben, natürlich wird dann auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. In diesem Jahr wurde das Angebot zudem noch mit einem kleinen Bauernmarkt erweitert. Dass immer mehr Menschen auf die Qualität von Nahrung Wert legen, zeigten die zahlreichen Besucher an diesem Tag.

 

Kurze Wege durch  regionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten leisten einen Beitrag zur Pflege der Natur. Dass durch die Frische der Produkte und ihrem hohen Vitamingehalt auch die Gesundheit des Menschen profitiert, muss wohl nicht besonders heraus gestellt werden.

 

Gabriele Winter, 14.09.2014

Impressionen vom Obstsortentag


Goldparmäne, Berlepsch, Boskop und Oldenburg warten auf ihre Paten 

Neue Obstbaumpflanzung auf dem Ramsberg in Laubach

Gepflanzt sind sie schnell, die neuen Apfelbäume auf dem Ramsberg, aber dann hängt noch lange kein Apfel dran. „Regelmäßige Schnitte zur Korrektur des Wachstums fördern den Erntereichtum der Bäume wesentlich. Aber es ist gar nicht so einfach, Baumpaten für die neugepflanzten Bäume auf dem Ramsberg in Laubach zu finden“, stellte Ottfried Weber, Vorsitzender der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen mit etwas Bedauern fest. In Kooperation mit der Landschaftspflegevereinigung Gießen und der Stadt Laubach wurden in die Lücken der großen Streuobstwiese 5 neue Obstbäume gesetzt. Mit den eifrigen Helfer der Naturlandstiftung waren die Bäume schnell gepflanzt und durch Draht und einen Pfahl gegen Verbiss gesichert.

 

Damit die Bäume auch weiterhin gepflegt werden und wertvolles Obst liefern können, wurden bereits in der Vergangenheit Paten für einige Bäume gefunden. Die Koordination dazu übernahm Uwe Stöckel und führte mit anderen Baumwarten der Naturlandstiftung die Neulinge in die Kunst des Obstbaumschneidens ein. Aber das Gelände ist groß, die Bäume werden immer älter und brauchen einen regelmäßigen Pflegeschnitt.

 

Daher konnte die Naturlandstiftung Edwin Lich vom OGV Londorf dazu gewinnen am Samstag, dem 21.02.2015 von 9.30 – 13.00 Uhr in die Obstbaumpflege einzuführen. Der Schnittlehrgang ist kostenlos und richtet sich an die neuen und alten Paten, aber auch an alle interessierten Bürger und Bürgerinnen. Der Lehrgang vermittelt Grundkenntnisse, aber kann auch durch einen Praxisteil ergänzt werden. So können die bereits Fortgeschrittenen in dieser Zeit ihre Patenbäume unter Anleitung weiterer Baumwarte schneiden.

Eine Anmeldung zu dem Lehrgang ist nicht erforderlich. Weitere Informationen können bei Angela Dietz, Stadtverwaltung Laubach  (06405/921-512) und Uwe Stöckel ( 06405/3481) eingeholt werden.

 

Gabriele R. Winter 15.12.2014


Kooperationen schaffen eine Winwin-Situation

Dass es um viele Streuobstwiesen schlecht bestellt ist, lässt sich nicht übersehen. Wenn die Ernte gelingen soll, brauchen die Bäume regelmäßige Pflege. Aber nur wenige sind bereit, die Mühe auf sich zu nehmen. Obst aus dem Supermarkt ist einfacher zu erstehen. Nach der Qualität wird dann oft nicht gefragt. Wo kommt das Obst her, wie lang waren die Transportwege?

Die Naturlandstiftung setzt r auf Kooperationen mit anderen Institutionen. So konnte die Teilnehmer des Schnittlehrgang in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg das theoretische Wissen nur wenige Schritte von der Tagungsstätte entfernt auch in diesem Jahr wieder in die Praxis umsetzen. Die Naturlandstiftung ist alten Baumbeständen laufend auf der Spur und vermittelt schnittbedürftige Bäume an die Kooperationspartner weiter. Das bringt Gewinn auf beiden Seiten.


Streuobstwiesen im Jahr 2013


Neuanpflanzungen auf dem Ramsberg in Laubach

Ramsberg Laubach
Streuobstwiese Ramsberg Laubach

In Kooperation mit der Landschaftspflegevereinigung Gießen wurde auf dem Ramsberg in Laubach eine ausgedehnte Streuobstwiese mit Neuanpflanzungen ergänzt. Die Pflegevereinigung bemüht sich seit Jahren um den Erhalt dieser Fläche und nahm die Unterstützung dankbar an. Bürger und Bürgerinnen Laubach hatten Patenschaften für die Bäume übernommen und wurden im Februar 2013 von zwei Baumwarten der Naturlandstiftung nochmals im  Schneiden der Bäume trotz des winterlichen Wetters geschult.

Steinkauzkasten
Steinkauzkasten

Mitglieder der Naturlandstiftung bauten in die instand gesetzten Baume eine Nisthilfe für den Steinkauz.

G. Winter, 2013


Schnittlehrgang für Baumpaten und interessierte Bürger am Ramsberg

Schnittlehrgang Laubach
Schnittlehrgang Ramsberg

Durch die Krone muss ein Vogel durchfliegen können

 

„Durch die Krone muss ein Vogel durchfliegen können, so lautet eine alte Faustregel“, erläuterte der Baumwart Jürgen Langer den Teilnehmern des Schnittlehrgangs für Obstbäume am Ramsberg Laubach. Licht, Luft und Sonne sind für einen guten Obstertrag notwendig, daher müssen die Kronen der Bäume alle 3-5 Jahre ausgelichtet werden.Bereits im Herbst hatte die Naturlandstiftung des Landkreises Gießen e. V. in Kooperation mit der Stadt Laubach und der Landschaftspflegevereinigung neue Obstbäume auf der ausgedehnten Streuobstwiese am Ramsberg gepflanzt.

 

Nun sollten die Baumpaten und interessierte Bürger und Bürgerinnen in die Geheimnisse des Obstbaumschnitts eingeführt werden, damit die auch teilweise alten Baumbestände erhalten bleiben. Neben Jürgen Langer stellte sich auch Kurt Lumbe als zweiter Baumwart für die Schulung zur Verfügung.

Die anhaltende frostige Witterung in diesem Februar führte allerdings dazu, dass der Lehrgang sich im überwiegenden Teil auf die Theorie beschränken musste. Beim Winterschnitt der Bäume ist nach Möglichkeit frostfreies Wetter zu nutzen, da die Schnittstellen an den Bäumen bei feuchter, kalter Witterung nicht so schnell heilen und dadurch die Gefahr besteht, dass sich Krankheiten ausbreiten können.

 

„Zur Zeit können alle Obstbäume geschnitten werden, mit Ausnahme von Kirsche und Walnuss, die man nur im Sommer schneidet“, erklärte Kurt Lumbe. Im Übrigen sei es gar nicht so schwer, Bäume fachgerecht zu pflegen. Raus müsse alles, was zu viel, zu dick, zu steil, zu alt ist. Schwächere, aber gesunde Triebe müssten gefördert werden, starke Äste wüchsen oft senkrecht und hätten die Tendenz über die anderen hinaus zu wachsen und sie zu beschatten. Außerdem seien dies meist Holztriebe, die nur wenige Früchte trügen. Altes bruchgefährdetes Holz sollte entfernt werden.

 

Ottfried Weber, Vorsitzender der Naturlandstiftung des Landkreises Gießen e.V. ergänzte, dass es dabei wichtig sei, nicht alles zu entfernen, da tote Äste, Höhlen und Spalten wertvollen Lebensraum für Insekten und Vögel schaffe, damit das Biotop der Streuobstwiese erhalten werden könne.

Obstwiesen hätten nicht nur eine große Bedeutung als Lebensraum für Tiere, sondern stellten auch für den Menschen ein wertvolles Kulturerbe dar. Obstbäume hätten jahrtausendlang einen wichtigen Beitrag zu Ernährung geleistet. So sei historisch belegt, dass Theophrast von Lesbos( 371-287 v.Chr.), Schüler Platons, der erste Pomologe von Weltrang gewesen sei.

 

Das beim Schneiden angefallene Schnittgut könne zu Haufen aufgeschichtet werden, die gerne von Tieren, z.B. Igel oder Hermelin, als Versteck angenommen würden und auch seltenen Pilzarten als Unterlage dienten. Eine ähnliche Rolle könnten auch aufgestapelte Holzhaufen übernehmen. Beim Schnittgut kranker Bäume bestehe allerdings eine Infektionsgefahr für die gesunden Bäume der Obstwiese. Deshalb müssten stark mit Krebs infizierte Äste verbrannt werden und die Schnitthaufen sollten entgegen der Hauptwindrichtung angelegt werden, damit nicht zu viele Pilzsporen in die Obstwiese geweht werden, erläuterten die beiden Baumwarte den Lehrgangsteilnehmern.

Uwe Stöckl, Koordinator für die Baumpaten am Ramsberg zeigte sich am Ende sehr erfreut, dass trotz des unwirtlichen Wetters so viele Bürger und Bürgerinnen das Angebot des Schnittlehrgangs genutzt hätten.

 

Gabriele R. Winter 2013

 


Der Ramsberg bekommt Zuwachs


Auch junge Bäume brauchen Erziehung

Schnittlehrgang am Ramsberg in Laubach

„Der Wuchsform von jungen Obstbäumen wird gleich bei der Anpflanzung eine Richtung gegeben. Dazu führt man einen Erziehungsschnitt durch“, erläuterte Kurt Lumbe, Baumwart der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen e.V. im Rahmen eines Schnittlehrgangs den Baumpaten der Streuobstwiese am Ramsberg Laubach. Zusammen mit Uwe Stöckel, dem Koordinator der Baumpaten, bekam die Gruppe der Teilnehmer und Teilnehmerinnen Tipps, wie Neuanpflanzungen fachgerecht durchgeführt und erste Pflegemaßnahmen an den Bäumen durchgeführt werden.

 

Damit möglichst individuell auf die Bedürfnisse der Baumpaten eingegangen werden konnte, standen neben Kurt Lumbe auch Jürgen Langer und Norbert Musch, beide ebenfalls fachkundige Baumwarte, dem Kurs mit Rat und Tat zur Verfügung.

In Kooperation mit der Landschaftspflegevereinigung des Landkreises Gießens hatte die Naturlandstiftung sechs Apfelbäume finanziert, um erneut Lücken auf der Fläche zu schließen.

 

Damit in den kommenden Jahren auch reichhaltig geerntet werden kann, sollten einige Grundregeln bei der Pflanzung beachtet werden. Zunächst bedürfe es eines ausreichend großen Pflanzloches, damit die Wurzeln des Baumes nicht gestaucht werden. Diese würden dazu eingekürzt und Knickstellen beseitigt, erläuterte Jürgen Langer. Der Wurzelballen würde dann mit unverzinktem Draht als Mäuseschutz umwickelt, bevor er in die Erde gesenkt werde. Norbert Musch ergänzte: „ Gut ist es außerdem, den Stützpfahl in die Erde zur Südseite hin zu schlagen, um Schäden am Baumstamm bei der Pflanzung zu vermeiden.“ Die Erde werde dann beigeschoben und zur Verdichtung eingeschlämmt.

 

Die Krone des Baumes betrachte man sich genau, demonstrierte Kurt Lumbe an einem Beispiel. Der Leittrieb in der Mitte bleibe etwas länger, das Astgerüst werde aus drei bis vier Leitästen gebildet, die man einkürze. Überflüssige Äste schneide man ganz zurück.

Dann binde man den Baum an dem Stützpfahl fest und schütze die Anpflanzung mit einem Maschendraht vor Verbiss. Einig waren sich die drei Baumwarte, dass eine Streuobstwiese kein Selbstläufer sei, sondern immer wieder Pflegemaßnahmen anstehen, wenn man das gesunde Obst im Herbst genießen will.

 

Am Schluss des Lehrgangs wurde die gesamte Fläche noch einmal begutachtet, besonders auch die Bäume, die im Frühjahr des Jahres bereits gepflegt wurden. Schnittgut und abgestorbene Äste sollten in kleinen Haufen zusammen geschichtet liegen bleiben, um Insekten Lebensraum zu bieten.

 

Gabriele R. Winter, 2013